Verlaufsmodell des Alkoholabusus

1. Vorahnungsphase
Diese kann sich über viele Jahre hinziehen. Der Alkoholmissbraucher nimmt die Hinweise aus seiner Umgebung hinsichtlich seines erhöhten Alkoholkonsums nicht ernst. Es sind deutliche abwehrende Verhaltensweisen (z. B. Bagatellisieren) zu erkennen. Auf der Verhaltensebene ist eine Veränderung des Trinkverhaltens zu beobachten. So beginnen manche, heimlich zu trinken.

2. Einsichts- oder Überlegungsphase
Während dieser Phase beginnt der Betroffene zu erkennen, dass es mit seinem Alkoholkonsum „so nicht weitergehen kann". Er denkt an Veränderungen, reagiert aber weiter sehr abwehrend auf die Vorhaltungen durch Angehörige oder Kollegen. Er versucht, längere alkoholfreie Intervalle durchzuhalten.

3. Handlungsphase
Der Abhängige ist nun um konkrete Veränderung bemüht. Eine Planung und Durchführung der verschiedenen Behandlungsschritte ist möglich.

4. Phase der Aufrechterhaltung
Sicherung der Therapieergebnisse. Der Abhängige bemüht sich um die Einhaltung der Abstinenz.

5. Rezidivphase
Erneutes Trinken nach längerer Abstinenz (Rückfall). Ein Übergang zur Vorahnungsphase ist möglich: „Ich trinke doch lange nicht mehr so viel wie früher, Alkoholiker bin ich nun nicht mehr".