Therapiekonzept bei Suchterkrankungen

1. Kontakt

Mit dem  Alkoholproblem  wird oftmals auch das soziale Umfeld (Familie, Arbeitsplatz, Freundeskreis, etc.) des Erkrankten konfrontiert. Hier sollte man das Problem offen benennen und die Bereitschaft des Abhängigen fördern, sich mit der Sucht auseinander zu setzen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ansprechpartner können beispielsweise der Arzt, das Gesundheitsamt oder Suchtberatungsstellen sein. 

2. Entgiftung

Während der Entgiftungsphase geht es um die Behandlung der Entzugssymptome. Diese können individuell unterschiedlich ausgeprägt sein. Je nach Schwere des Entzugs wird eine medikamentöse Behandlung durchgeführt, durch die Beschwerden gemildert und Komplikationen verhindert werden sollen. Wichtiges Element der Entgiftungsbehandlung sollte es auch sein, den Abhängigen zu weiteren Behandlungsschritten zu motivieren.

3. Entwöhnung

Eine Entwöhnungsbehandlung kann prinzipiell ambulant, teilstationär oder stationär durchgeführt werden. Hauptsächlich findet die Entwöhnung in Suchtfachkliniken statt. Die Behandlung kann bis zu 16 Wochen dauern. Als Behandlungsziel wird die Abstinenz des Betroffenen sowie evtl. die Erhaltung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit angestrebt.

4. Nachsorge

Ziel der Nachsorgephase ist die Sicherung der Abstinenz. In der Regel wird während der Entwöhnung ein individueller Nachsorgeplan erarbeitet. In diesem Kontext können verschiedene Aktivitäten erforderlich sein, wie beispielsweise die Teilnahme an Selbsthilfegruppen. Für eine begrenzte Zeit kann neben diesen Maßnahmen eine medikamentöse Behandlung mit sog. Anti-Craving-Substanzen sinnvoll sein. Diese Medikamente haben kein Abhängigkeitspotential und sollen den Suchtdruck verhindern.