Alkoholmissbrauch
Die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland gehört hinsichtlich der grundsätzlichen Haltung gegenüber dem Alkohol zu den so genannten Permissivkulturen, d. h. der Alkoholkonsum wird gesellschaftlich akzeptiert. Probleme ergeben sich dann, wenn der Alkoholkonsum zu negativen Folgen für das Individuum oder für die Gesellschaft führt.
Unterhalb der Alkoholabhängigkeit gibt es ein Stadium, das man als Alkoholmissbrauch bezeichnen kann. Ein Alkoholmissbrauch liegt dann vor, wenn innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten mindestens eins der folgenden Kriterien erfüllt ist:
1. Wiederholter Alkoholkonsum, der zu einem Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause geführt hat, wie beispielsweise wiederholtes Fernbleiben von der Arbeit und schlechte Arbeitsleistungen, Vernachlässigung von Kindern und Haushalt.
2. Wiederholter Alkoholkonsum in Situationen, in denen es aufgrund des Konsums zu einer körperlichen Gefährdung kommen kann (z. B. Alkohol am Steuer oder das Bedienen von Maschinen unter Alkoholeinfluss).
3. Wiederkehrende rechtliche Probleme durch den Alkoholkonsum.
4. Fortgesetzter Alkoholkonsum trotz ständiger oder sich wiederholender sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme, die durch die Auswirkungen des Alkohols verursacht oder verstärkt werden, wie beispielsweise Streit mit dem Ehegatten oder körperliche Auseinandersetzungen.